Lage im städtischen Gefüge Chiyodas mit hoher baulicher Dichte, geprägt von umfangreichen Büro- und Gewerbeflächen sowie zahlreichen Hochhäusern in unmittelbarer Umgebung
Das Bestandsgebäude fügt sich in die bestehende Blockstruktur ein und ist von allen vier Seiten erschlossen. Diese Zugänge sollen erhalten bleiben, unter anderem zur Sicherstellung der Anlieferung. Der Haupteingang ist zum Park hin vorgesehen. Eine zusätzliche Flächenversiegelung ist nicht geplant. Das Erdgeschoss wird zu allen Seiten geöffnet, wodurch eine Durchwegung in zwei Achsen ermöglicht wird
Bestandsfotos 
Quelle: Google maps
Bestandsplan Erdgeschoss
Das klare 8×8- bzw. 8×9-Meter-Raster des Bestands bildet die Grundlage für einen offenen Grundriss in Leichtbauweise mit nichttragenden Fassaden und einer großzügigen Belichtung
Der Bestand soll in eine multifunktionale Wohn- und Arbeitsstätte umgewandelt werden. Das Konzept sieht vor, den Baukörper zu entkernen und im Inneren zu öffnen. Dadurch entsteht ein zentrales Atrium, über das sowohl die Erschließung als auch die natürliche Belichtung erfolgen.

An der Fassade wird eine zusätzliche Erschließung für das zweite und dritte Obergeschoss angebunden. Diese Erschließungszone umfasst zugleich Aufenthaltsbereiche und erweitert die Wohn- und Arbeitsflächen nach außen. Die beiden Geschosse werden dabei als zusammenhängende Einheit konzipiert.

Abschließend ist eine Aufstockung mit Wohnmodulen vorgesehen, unter denen ein öffentlicher Dachgarten angelegt wird
Baukörper im städtischen Gefüge
Aufstockung und Umnutzung der bestehenden Struktur statt Abriss
Schematischer Schnitt
Erdgeschoss: Offenes und öffentlich zugängliches Atrium mit Markthalle, Suppenküche, Seniorentreff und Einzelhandel


1.und 2. Obergeschoss: Mischung aus Wohn- und Arbeitsräumen, die als zusammenhängende Einheit über zwei Geschosse organisiert sind


3.Obergeschoss: Öffentlicher Dachgarten mit Lernräumen und Gewächshäusern

4.Obergeschoss: Wohneinheiten
Referenz Zakkyo-Gebäude: Unterschiedliche Nutzungen wie Büros, Geschäfte, Cafés oder Dienstleistungen werden auf einer Ebene kombiniert und zugleich vertikal über mehrere Geschosse gestapelt
Erdgeschoss mit fließendem Übergang zum Straßenraum sowie einer Öffnung nach unten über zwei Geschosse
Das zentral angeordnete Atrium schafft einen gemeinsamen Treffpunkt und führt natürliches Tageslicht in den Baukörper
Stimmungsbild
1. Entkernung des Baukörpers bis auf das bestehende Stützen-Träger-System aus Beton

2. Implementierung einer Leichtbaustruktur aus Glas und Stahl
Aufteilung des Erdgeschosses in verschiedene Zonen: offene Markthalle, Verkauf von Produkten, die teilweise in den oberen Geschossen produziert werden, Suppenküche für Senioren sowie das zentrale Atrium
Das Prinzip des Shōtengai wird für die Markthalle übernommen
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Dachgarten, 3. Obergeschoss: verschiedene Funktionen wie Gewächshäuser, Sportanlagen, Lernräume und Grillplätze
Stimmungsbild Fassade: Der äußere Ring übernimmt sowohl Erschließungsfunktionen als auch Aufenthaltsqualitäten
Halböffentliche Bereiche erweitern den Wohnraum nach außen und fördern das soziale Miteinander
Referenz Love Architecture Berlin: Ein außenliegender Laubengang mit Auskragungen dient sowohl der Erschließung als auch als Aufenthaltsbereich
Bestandsfoto Fassade 
Quelle: Google maps
Die Wohneinheit ist über die gesamte Gebäudetiefe durchgesteckt und erhält Tageslicht von beiden Seiten
Stimmungsbild
Für den Grundriss wird das vorherrschende Raster von 8×8 bzw. 8×9 m genutzt. Die Räume werden je nach Nutzung in unterschiedliche Größen (S–XL) unterteilt (Referenz: Fritz Haller)
Sketch Kiyonori Kikutake: Die Grafik veranschaulicht das Prinzip des Organismus. Die einzelnen, zellenartigen Formen symbolisieren Einheiten, die – ähnlich biologischen Zellen – autonom funktionieren, sich jedoch zu größeren Strukturen zusammenschließen können.

Diese Einheiten sind eigenständig, können wachsen, sich teilen oder verschwinden und bleiben dennoch Teil eines übergeordneten Ganzen.

Die Gebäude sollen sich somit wie Vegetation verhalten: anpassungsfähig, regenerierbar und ersetzbar. Ein dauerhaftes Trägersystem ermöglicht flexible, austauschbare Module. Das Bauwerk wird so zu einem offenen System und nicht zu einem starren Endprodukt
Dieses Prinzip soll auf die einzelnen Module übertragen werden. Jede Einheit soll autonom und unabhängig von ihrer Funktion bestehen können, auch wenn sich diese im Laufe der Zeit ändert. Die Einheiten sollen sich problemlos zusammenfügen oder wieder trennen lassen
Als Ausgangspunkt dient eine 8×8‑m-Einheit, die sowohl einen durchgesteckten, nutzungsoffenen Raum als auch eine Nass-/Erschließungszelle umfasst. Sowohl zum Atrium hin als auch nach außen entstehen halböffentliche Bereiche, die von den Bewohnern individuell genutzt werden können. Der Grundriss gewährleistet eine gute Belichtung, Querlüftung, ein angenehmes Raumklima sowie eine klare Abfolge der Räume
Grundriss EG Wohnen: Die Nasszelle bleibt unabhängig von der Nutzung unverändert und kann im Falle einer Maisonette als Erschließung ins Obergeschoss dienen
Grundriss EG Arbeiten: Die Einheit ist sowohl für ein Büro als auch für eine Wohnung gleichermaßen funktional nutzbar
Grundriss OG Wohnen 
Grundriss OG Arbeiten 
Stimmungsbild Maisonette: Durch die Entkernung entstehen hohe Decken und zweigeschossige Öffnungen sowie Galerien. Ein hoher Glasanteil gewährleistet eine großzügige Belichtung über die gesamte Tiefe
Innerhalb des massiven Stützen-Träger-Systems können Änderungen in Leichtbauweise flexibel umgesetzt werden
Referenz SANAA Wohnbau in Gifu: Eine außenliegende Erschließung mit einläufiger Treppe erzeugt Blickbeziehungen. Auf der gegenüberliegenden Seite verfügt jede Einheit über eine eigene Terrasse. Die Räume sind zur Sonne ausgerichtet, wodurch Licht und Außenbezug maximiert werden. Das Leben der Bewohner verlagert sich teilweise in den Außenraum und wird sichtbar
Zwei Zellen (Wohnen/Arbeiten), die autark funktionieren, bilden formal eine Einheit. Büro- und Gewerbeflächen können direkt von den Bewohnern genutzt werden. Wohn- und Arbeitsbereiche lassen sich dabei entweder getrennt oder zusammenlegen
Über die halböffentliche Einbuchtung werden die Zellen miteinander verbunden
Der zweite und dritte Obergeschoss sollen ein zusammenhängendes Cluster aus Wohnen und Arbeiten bilden.

Referenz Keilepand, Rotterdam: "Das im M4H ansässige Keilepand wurde von der Gruppe A aus einem leeren Lagerhaus in ein multifunktionales Gebäude umgewandelt, in dem sich verschiedene Unternehmen und Sektoren gegenseitig verstärken. Die Stadt Rotterdam entwickelt diesen ehemaligen Innenhafen in den kommenden Jahren zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsort, der Raum für kreative und innovative Design- und Produktionsunternehmen bietet.“
Grundriss Wohnen (S) und Arbeiten (M)